Werbungskostenpauschbetrag 2017

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Werbungskostenpauschbetrag

Der Werbungskostenpauschbetrag 2017 kommt bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit vor. Diese Einkünfte erzielen Sie, wenn Sie als Angestellter bei einer Firma arbeiten.

Klassische Kennzeichen für ein Angestelltenverhältnis ist, dass Sie weisungsgebunden sind und Anspruch auf Urlaub haben.

Die Einnahmen, die Sie bei der Steuererklärung angeben müssen, sind im Regelfall der Arbeitslohn. Hinzu kommen noch geldwerte Vorteile, zum Beispiel aus einer privaten Nutzung eines Firmenfahrzeuges.

Die Werbungskosten sind alle Ausgaben, die Ihnen in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit entstanden sind. Das sind zum Beispiel die Fahrtkosten, um zur Arbeit zu kommen oder auch Fachbücher, ein Arbeitszimmer oder auch der beruflich genutzte Computer.

Diese Aufwendungen dürfen Sie bei der Steuererklärung angeben. Sie müssen nur den Differenzbetrag aus den Einnahmen und den Werbungskosten versteuern.

Da jedem Arbeitnehmer Aufwendungen im Zusammenhang mit seiner Arbeit entstehen, hat der Staat eine Pauschale für Werbungskosten eingeführt. Er beträgt aktuell (Stand 2017) 1.000 Euro. Dieser wird automatisch bei der Berechnung der Einkommensteuer abgezogen.

Wer als Arbeitnehmer also keine Werbungskosten geltend macht, bekommt also pauschal 1.000 Euro abgezogen.

Hat der Arbeitnehmer Aufwendungen von mehr als 1.000 Euro, so bekommt er die tatsächlichen Werbungskosten anerkannt und von den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit abgezogen.

Das Finanzamt prüft den Werbungskostenpauschbetrag 2017 automatisch

Sie können Ihre Werbungskosten einfach auf der Anlage N angeben und müssen sich keine Gedanken machen, ob jetzt der Pauschbetrag oder die tatsächlichen Werbungskosten höher sind. Das Finanzamt prüft Ihre Werbungskosten und wenn Sie weniger als 1.000 Euro Werbungskosten haben, wird das Finanzamt automatisch die Werbungskosten mit 1.000 Euro berücksichtigen.

Beispiel: Max Mustermann arbeitet für eine Firma im Sauerland. Er erzielt ein Jahreslohn von 35.000 Euro. Im Jahr entstehen ihm 500 Euro Fahrtkosten. Zusätzlich hat Max Mustermann 200 Euro für Fachbücher ausgegeben und 100 Euro für Arbeitsmittel.

Lösung: Max Mustermann hat 35.000 Euro Arbeitslohn. Tatsächliche Werbungskosten sind ihm in Höhe von 800 Euro entstanden. 500 Euro Fahrtkosten + 200 Euro Fachbücher +100 Euro Arbeitsmittel. Da der Betrag unter dem Pauschbetrag liegt, werden 1.000 Euro abgezogen, so dass Max Mustermann nur 34.000 Euro versteuern muss.

Abwandlung: Max Mustermann hat 1.000 Euro Fahrtkosten.

Lösung: Max Mustermann hat nun 1.300 Euro tatsächliche Werbungskosten. Dieser Betrag ist höher als der pauschale Betrag von 1.000 Euro, so dass die tatsächlichen Kosten abgezogen werden. Max Mustermann muss nun 33.700 Euro versteuern.

Historische Entwicklung der Pauschalen für Werbungskosten

Ein pauschler Wert für Werbungskosten wurde 1958 eingeführt, um die Bearbeitung der der Steuererklärung schneller zu machen. Damals wurde ein Pauschalwert von 564 DM abgezogen. Dieser Wert wurde bis zum Jahr 1989 gewährt. Ab 1990 wurde der Betrag auf 2.000 DM angehoben. Der Betrag wurde bis zum Jahr 2001 pauschal gewährt. Ab der Einführung des Euro zum 1.1.2002 wurden zunächst 1.044 EUR gewährt. Von 2004 bis 2010 betrug der Pauschalwert 920 Euro. Seit 2011 werden nun jährlich 1.000 Euro anerkannt.

Quelle des Bildes: Wir danken der Internetplattform von www.pixelio.de für die Erlaubnis das Bild von Petra Bock zu nutzen.