NRW und die gekauften Steuer CDs

Es ist eins der heiß diskutiertesten Steuerthemen in den letzten Wochen. Zuletzt hat
NRW eine weitere Daten CD aus Schweiz erworben. Weitere Käufe werden
nicht ausgeschlossen. Auf Kritik stößt NRW nun beim Bund. So verhandeln die
Politiker seit Monaten mit der Schweiz um ein Steuerabkommen.

Die Vor- und Nachteile der Daten CD:

NRW sieht den großen Vorteil in dem Kauf der Daten CD darin, dass dort die Namen
der Bankkunden enthalten sind. So kann man nicht nur die Zinseinnahmen
nachträglich versteuern, sondern auch die Herkunft des Geldes klären, da es
sich bei den Geldanlagen häufig um Schwarzgeld handelt.

Beispiel:

Malermeister Herr Böse verdient an den Wochenenden zusätzliches Geld, weil er die Wohnungen
ohne Rechnung streicht. Das Geld vereinnahmt er bar und legt dieses in der Schweiz an.

Lösung: Nicht nur die Zinseinnahmen sondern auch die Betriebseinnahmen müssen versteuert werden.

Ein weiterer Vorteil der gekauften Daten CDs ist, dass die Medien sehr gut darüber
berichten. NRW setzt damit ein Zeichen und fördert so die freiwilligen
Selbstanzeigen.

Nachteil der Daten CD ist vor allem, dass NRW hiermit das geplante Steuerabkommen mit
der Schweiz gefährdet. Der Bund möchte eine pauschale Steuer zwischen 21 und 41
Prozent für das an dem deutschen Fiskus vorbeigeschleuste Geld. Die Schweizer
Banken sollen das Geld anonymisiert an Deutschland weiterleiten.
Klar ist, Deutschland erhält durch so ein Steuerabkommen zusätzliches Geld, jedoch
werden die Steuerhinterzieher nicht belangt, da diese anonym bleiben.

Wie es weitergeht, bleibt wohl noch offen. Der
Bundesrat entscheidet voraussichtlich im Herbst über das Abkommen, das dann
Anfang 2013 in Kraft treten könnte.

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